"Pretty Girls" auf der NYT-Bestsellerliste!

vom: 18.10.2015

Zwei Wochen nach Veröffentlichung schafft es der neue Psycho-Thriller von Karin Slaughter auf Platz 7 der NYT-Bestsellerliste. Wir gratulieren den amerikanischen Kollegen und können den 07. Dezember 2015, wenn Pretty Girls endlich auch in Deutschland erscheint, kaum erwarten. Damit auch Ihnen die Wartezeit nicht zu lang wird, präsentieren wir Ihnen einen Ausschnitt aus dem ersten Kapitel.

Viel Spaß beim Lesen!

Auszug aus "Pretty Girls" von Karin Slaughter:

Claire zwang sich erneut zu einem Lachen. Sie kannte diese Sorte Mann schon ihr ganzes Leben lang. Hochgewachsen, dunkelhaarig und gut aussehend, mit blitzenden Augen und einem geschmeidigen Mundwerk. Mit zwölf hätte sie ihr Matheheft mit seinem Namen vollgekritzelt. Mit sechzehn hätte sie ihm erlaubt, seine Hand unter ihren Pullover
zu stecken. Als sie zwanzig war, hätte er mit seiner Hand machen dürfen, was er wollte. Und jetzt, mit achtunddreißig, wollte sie nur, dass er endlich abhaute.

„Nein danke“, sagte sie. „Mein Bewährungshelfer hat mir geraten, nur dann Alkohol zu trinken, wenn ich den ganzen Abend zu Hause bin.“ Sein Lächeln zeigte, dass er den Witz nicht ganz verstanden hatte. „Böses Mädchen, was? Sie gefallen mir.“

 „Sie hätten mich mal mit meiner Fußfessel sehen sollen.“ Sie blinzelte ihm zu. „Schwarz ist das neue Orange.“ Die Eingangstür ging auf: Es war Paul. Erleichterung durchflutete Claire, als er auf sie zukam. „Du hast dich verspätet“, sagte sie.

Paul küsste sie auf die Wange. „Tut mir leid. Ich habe keine Entschuldigung. Ich hätte anrufen sollen. Oder eine SMS schicken.“

 „Ja, das hättest du.“

 Paul wandte sich an den Barkeeper. „Glenfiddich, einen einfachen, aber anständig eingeschenkt.“

Claire beobachtete, wie der junge Mann Pauls Whiskey mit bisher nicht erlebter Professionalität einschenkte. Der Ehering und ihre milderen und deutlicheren Zurückweisungen waren nur unbedeutende Hindernisse gewesen. Kein Vergleich mit dem deutlichen Nein, das die Anwesenheit eines anderen Mannes ausdrückte, der sie auf die Wange küsste.

„Sir.“ Er servierte Paul den Drink und eilte dann ans andere Ende der Theke.